Der Offizier 1/2021 Wehr- und sicherheitspolitisches Bulletin Nr. 3/3/21

Die elektronische Ausgabe des „Offizier 1/2021“ finden sie hier zum Download und hier zum Blättern!

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser!

Einem interessierten Beobachter der aktuellen Situation, in welcher wir uns seit knapp einem Jahr befinden, geht es wahrscheinlich ähnlich wie anno dazumal Christoph Kolumbus, als er 1492 bereits einige Wochen auf hoher See Richtung Westen unterwegs war. Wir sehen uns fast täglich neuen Herausforderungen ausgesetzt, welche wir zu beherrschen versuchen, müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass wir nur zu einem bestimmten Prozentsatz in der Lage sind, unsere Geschicke selbst in die Hand zu nehmen.

Dank der Entwicklung der Wissenschaften seit dem 15. Jahrhundert sind wir aber heute in der Lage, unsere Reaktionsmaßnahmen in Krisensituationen überhaupt oder zumindest rascher zur Verfügung zu haben. Die aktuelle Pandemie hat bislang klar gezeigt, wie wichtig es ist, dass ein Staat über Krisen- und Katastrophenreaktionsmittel verfügt, welche sofort einsetzbar sind, wenn eine Krise und/ oder eine Katastrophe eingetreten ist. Die Bundesregierung konnte die Pandemie bisher nur deswegen so gut meistern, weil Österreich zu den reichsten Staaten der Welt gehört und damit das Schuldenmachen – auch unter dem nicht ganz ungefährlichen Motto „Koste es, was es wolle“ – noch nicht so schnell zum Staatsbankrott führen wird. Überdies verfügt Österreich über staatliche Organisationen, wie das Bundesheer oder die Polizei, und einige private Organisationen, wie die Blaulichtorganisationen Rotes Kreuz, den Arbeiter-Samariter-Bund und die freiwilligen Feuerwehren.

Krisen und Katastrophen entstehen nicht über Nacht. Es gibt Vorwarnzeiten, welche es zu nutzen gilt, um beim Ausbruch der Krisen und/oder Katastrophen die Reaktionskräfte auch tatsächlich zur Verfügung zu haben und sie dann bestmöglich einsetzen zu können. Basierend auf einer realistischen Risikobeurteilung müssen vorausschauend organisatorische und materielle Maßnahmen gesetzt werden, um die Krisenreaktionskräfte bestmöglich zu organisieren. Die Analyse sämtlicher verfügbarer Informationen und der Blick zu den Nachbarn führen zumeist zu einem klaren Lagebild, welches es bei der Umsetzung von Reaktionsmaßnahmen zu berücksichtigen gilt. Die vorliegende Ausgabe des „Offiziers“ gibt einige Anregungen, wie ein Staat seine Krisenvorsorgen im weitesten Sinne anlegen sollte. Entscheidend bleibt aber immer der Wille der jeweiligen Bundesregierung, genügend Finanzmittel für die staatlichen und nichtstaatlichen Reaktionsmittel bereitstellen zu wollen. Mit homöopathischen Dosen wird man da nicht sehr weit kommen, denn der dadurch erhoffte Placeboeffekt wirkt bei einer einmal ausgebrochenen Katastrophe nicht oder nur marginal.

Bleiben Sie gesund!
Ihr Chefredakteur Harald Pöcher

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