Der Offizier 2/2022 Wehr- und Sicherheitspolitisches Bulletin Nr. 6/6/22

Die elektronische Ausgabe des „Offizier 2/2022“ finden sie hier zum Download und hier zum Blättern!

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,

im Vorgarten Europas findet aktuell ein bewaffneter Konflikt statt, der das Ergebnis der unbewaltigten Sicherheitspolitik Europas ist. Da es dem demokratisch orientierten Europa nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Fall des Eisernen Vorhanges nicht gelungen ist, eine stabile Friedensordnung gemeinsam mit der Russischen Foderation zu schaffen, war es nur eine Frage der Zeit, wann die stetige Osterweiterung der NATO zu einer ernsthaften Gefahrdung der Sicherheitsinteressen fur die osteuropaische Grosmacht Russland werden wurde. Die aktuelle Situation ist durchaus vergleichbar mit der Kubakrise, als die damalige Sowjetunion Raketen auf Kuba stationieren wollte, die eine ernsthafte Gefahrdung der USA dargestellt hatten. Die USA unternahmen daher alles, damit diese Stationierung nicht erfolgte. Ein ahnliches Verhalten war daher von Russland zu erwarten, da eine Erweiterung des Einflussbereiches des demokratisch orientierten Westeuropas auf die Ukraine und damit zur Grenze Russlands eine ernsthafte Bedrohung der Sicherheit Russlands bedeuten musste. Russland hat bereits und wird daher all seine Machtmittel einsetzen, um diesen Zustand nicht eintreten zu lassen. Es ist daher zu erwarten, dass Russland mit seiner Operation in der Ukraine Fakten schaffen wird, welche man am besten umschreiben kann mit: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“. Im Gegenzug werden sich einige offensichtlich reiche Ukrainer und Ukrainerinnen, denen es gelang mit ihren teuren Autos in den reichen Westen zu fliehen, genau dies auch denken. Der bewaffnete Konflikt nur einige hundert Kilometer ostwarts unserer Staatsgrenze belehrt uns auch eines Besseren. Lange Vorwarnzeiten und Panzerschlachten sind in Europa nicht denkunmoglich geworden. Es liegt nun an der Politik in Osterreich, die richtigen Schlusse fur die weitere Ausgestaltung des Bundesheeres zu ziehen. Auf jeden Fall benotigen wir ein auch fur die Zwecke der Landesverteidigung einsatzfahiges Bundesheer. Dies kann nur durch die Wiedereinfuhrung von verpflichtenden Truppenubungen und einem Verteidigungsbudget jenseits der 1,5-%-Marke des Bruttoinlandsproduktes bewerkstelligt werden. Ganz zu schweigen von einer vormilitarischen Bewusstseinsbildung bei der Jugend durch die Wiederbelebung der geistigen Landesverteidigung.

Viel Freude beim Durchblattern und Lesen dieser Ausgabe

Ihr Chefredakteur
Harald Pöcher

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