Wehr- und Sicherheitspolitisches Bulletin Nr. 5/6/26
Sehr geehrte Kameradinnen und Kameraden,
sehr geehrte Leserinnen und Leser!
2027 entwickelt sich zunehmend zu einem sicherheitspolitischen Schlüsseljahr für Österreich. Mit der Entscheidung über „Österreich Plus“ und der Eurofighter-Nachfolge stehen zwei zentrale Weichenstellungen für die militärische Landesverteidigung an. Umso problematischer ist es, dass beide Themen derzeit Gefahr laufen, politisch verdiskutiert zu werden.
Dabei wäre gerade jetzt das Gegenteil notwendig: die Rückbesinnung auf das Wesentliche. Die oft noch zitierte zehnjährige Vorwarnzeit ist längst ein Mythos geworden. Europa hat sich sicherheitspolitisch verändert – schneller und drastischer, als viele wahrhaben wollen. Landesverteidigung ist kein Luxus, sondern staatliche Kernaufgabe. Andere Staaten haben das längst erkannt.
Die Pressekonferenz des Dachverbandes der wehrpolitischen Vereine gemeinsam mit dem Roten Kreuz und der Industriellenvereinigung brachte dies Anfang Juni deutlich auf den Punkt. Mit dem „Aufruf zur Tat“ wurde die Politik unmissverständlich zum Handeln aufgefordert. Denn am Ende geht es nicht um parteipolitische Taktik, sondern um Verantwortung – gegenüber Soldatinnen und Soldaten ebenso wie gegenüber der österreichischen Bevölkerung.
Wer sicherheitspolitische Entscheidungen verschleppt, spielt letztlich mit Menschenleben. Wenn nicht bald im Sinne des Bundesheeres und der militärischen Landesverteidigung gehandelt wird, könnte es tatsächlich so dunkel werden wie auf unserem Titelbild: bei der Bekämpfung von Luftzielen durch die 35-mm-Zwillingsfliegerabwehrkanone.
Auch die weiteren Beiträge dieser Ausgabe zeigen, wie breit Sicherheit heute gedacht werden muss: vom Weg der österreichischen Luftraumüberwachung hin zur Luftverteidigung über die Entwicklung des Wehrersatzdienstes in der Zweiten Republik bis zur neuen AFDRU Home.Base als möglichem „Mob-Lager der Zukunft“. Dazu kommen Berichte vom Bodenseekongress, einem Vortrag des ehemaligen ukrainischen Infrastrukturministers zum Thema Drohnen, vom Young Reserve Officer Seminar sowie vom Europaforum Wachau.
Mit kameradschaftlichen Grüßen,
Mjr Dr. Anna Kaiser
Chefredakteurin
Addendum zur Printausgabe
Eine besondere Freude ist es mir, dass nun auch ausgewählte Beiträge zu aktuellen Themen als „online-only“ Artikel erscheinen. Den Beginn macht mein Vorgänger als Chefredakteur, Harald Pöcher, mit zwei Kommentaren zum Themen Drohnenabwehr und Wehrbudget sowie dem schon aktuten Mangel an Berufsoffizieren.
Nr. 1: Bringt die magische Kraft der Dohnen auch ein weiteren Geldregen für das Bundesheer?
Nr. 2: Wo sind sie geblieben? – Das Fehl an Berufsoffizieren ist bereits einsatzgefährdend
Die elektronische Ausgabe des „Offizier 2/2026“ finden sie hier zum Download und hier zum Blättern!
